Das KURS-Projekt: Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen

 

An jedem Mittwochnachmittag mit Ausnahme der Ferienzeiten kommen vier Jugendliche in das Seniorenzentrum „Haus Rheinpark". Unter Anleitung des Sozialen Dienstes bieten sie verschiedene Aktivitäten für die Seniorinnen und Senioren an wie z.B.:

 

Bei schönem Wetter werden Ausflüge gemacht in den Neulandpark oder zum Rhein.

 

Zu besonderen jahreszeitlichen Anlässen wird Basteln angeboten.

 

Gesellschaftspiele wie z.B. „Vertellekes" oder „Mensch ärgere dich nicht" werden begleitet.

 

Spiele zur Förderung der Motorik werden durchgeführt wie z.B. Kegeln (Kunststoffkegel, Schaumstoffball)

 

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Besuche auf den Wohnbereichen werden zu ausgewählten Themen organisiert wie z.B. „Mein Poesiealbum", „Kartoffelferien"

 

Ebenso gibt es Angebote zu sensorischen Erlebnisse wie z.B. „Wir machen Obstsalat", „Kaffee kochen", „Blumensträuße".

 

Die KURS-Gruppe besteht aus vier Schülerinnen und Schülern, zwei im 9. Jahrgang, zwei im 10. Jahrgang. Diese Mischung wurde geplant, um in jedem Schuljahr zwei erfahrene Jugendliche zu haben, die unterstützend und erklärend die zwei Neuen begleiten. Gleichzeitig entsteht so auch eine personelle Kontinuität für die Seniorinnen und Senioren. Bei dem ersten Treffen zu Beginn des Schuljahres führt die Pflegedienstleiterin in die Thematik „Seniorenarbeit" ein. Hierbei werden verschiedene Aspekte angesprochen:

 

Was ist Demenz? Wie gehe ich mit einem dementen Menschen um?

 

Schlecht sehen, gehen und greifen – Wie erlebt ein alter Mensch die Welt mit Handicaps?

 

Rollstuhl schieben muss man lernen.

 

Diese Themen werden handlungsorientiert erarbeitet. Um z.B. das Gefühl des schlechten Sehens zu vermitteln, wird eine mit Haarspray verschmutzte, starke Brille benutzt. Das Gefühl für motorische Schwierigkeiten entsteht durch das Tragen eines ausgepolsterten Handschuhs. Mit dieser Ausrüstung erhalten die Jugendlichen dann den Auftrag z.B. eine Wasser-flasche zu öffnen und Wasser in ein Glas zu gießen oder einen Joghurtbecher zu öffnen und mit einem Löffel zu essen, Zuckertütchen für den Kaffee aufzureißen usw. Gleichzeitig wird am Tisch gesprochen und mit den Jugendlichen, die die Aufgabe ausführen, gesprochen. Dies führt dazu, dass die Jugendlichen sofort verstehen, dass diese Handicaps zur Verlangsamung führen und dass die Konzentration aus-schließlich auf der durchgeführten Aktion liegt. Ein besonderes Erlebnis ist für die Jugendlichen die Übungseinheit mit dem Roll-stuhl. Ziel dieser Einheit ist die Sensibilisierung der Jugendlichen für den Bewohner / die Bewohnerin, der/die im Rollstuhl geschoben wird. Was müssen die Jugendlichen berücksichtigen, wenn sie losfahren möchten:

 

Wie frage ich den Bewohner / die Bewohnerin, ob er / sie mitkommen möchte?

 

Wie erkläre ich dem Bewohner / der Bewohnerin, welche Aktivität geplant ist?

 

Ist der Bewohner / die Bewohnerin angemessenen angezogen? – Eventuell muss das Pflegepersonal auf dem Wohnbereich gefragt werden.

 

Muss ich den Pflegedienst auf der Station informieren, wenn ich Bewohner/innen mitnehmen möchte?

 

Wie verhalte ich mich auf der Straße, wenn ich einen Rollstuhl schiebe?

 

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Wie geht das: Bürgersteig rauf – Bürgersteig runter?

 

Muss ich mit dem Bewohner / der Bewohnerin sprechen, während ich den Rollstuhl schiebe?

 

Dies ist ein kleiner Ausschnitt der Themen und Übungen, die in der Vorbereitungs-veranstaltung mit den Jugendlichen trainiert werden. Inhaltlich informiert die Pflegedienstleiterin über das Thema „Demenz". Für die Jugendlichen in verständlicher Form gibt sie eine Einführung in die Thematik. Wichtig ist für Schülerinnen und Schüler zu erfahren, dass Bemerkungen oder Geschichten, die Bewohner/innen erzählen aus einer anderen Realität kommen können. Sie für diese Situation zu sensibilisieren und mit ihnen Möglichkeiten zu erarbeiten, auf die Bewohner/innen dennoch respektvoll einzugehen, ist Ziel dieser Einführung. In den wöchentlichen Veranstaltungen plant der Soziale Dienst des Seniorenzent-rums jeweils ein passendes Angebot. Die Schülerinnen und Schüler werden dann zunächst informiert über den Inhalt, die Ziele und die Umsetzung. Gleichzeitig wird ihnen ihre Aufgabe bei diesen Maßnahmen erklärt. Begleitet werden sie stets durch eine Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes und Frau Yüksel als zuständiger Lehrkraft der Pestalozzischule. Anschließend gehen die Schüler/innen auf die Wohnbereiche, stellen sich dem Pflegepersonal vor und laden nach Absprache mit dem Pflegepersonal Seniorinnen und Senioren zum Mitmachen ein. Dann erfolgt die Durchführung des Angebotes auf einem Wohnbereich, im Festsaal oder außerhalb des Hauses. Am Ende der Veranstaltung begleiten die Schülerinnen und Schüler die Seniorinnen und Senioren zurück auf ihren Wohnbereich und verabschieden sich von ihnen. Zum Abschluss erfolgt immer eine kurze Reflexion. Hier ist auch Zeit für Fragen der Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig erhalten sie auch ein Feedback durch die Mi-tarbeiterin des Sozialen Dienstes und durch die Lehrerin der Schule z.B. bezogen auf ihr Verhalten gegenüber den Seniorinnen und Senioren. Manchmal ergibt sich aus einer Veranstaltung bereits die Planung für die nächste Woche. Ziele: Ziele der Lernpartnerschaft mit dem Seniorenzentrum sind:

 

Über das jährliche Betriebspraktikum hinaus können die Schülerinnen und Schüler Kontakt mit der Berufswelt haben und Erfahrungen sammeln.

 

Im Verlauf der zweijährigen Arbeit werden sie intensiv vertraut mit dem Berufsfeld „Altenpflege, Altenbetreuung".

 

Sie können eine realistische Berufsperspektive in einem Berufsfeld entwickeln, das von ihnen auch mit einem Abschluss der Förderschule ausgefüllt werden kann.

 

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Sie übernehmen Aufgaben im Rahmen der Kooperation, die ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit fordern.

 

Ihr Verhalten im Umgang mit Seniorinnen und Senioren und dem Sozialdienst des Hauses Rheinpark zu überprüfen und zu optimieren

 

Bezogen auf Berufskompetenzen eine Rückmeldung durch die Leitung / den Sozialen Dienst zu bekommen.

 

Gefördert werden soziales Engagement, Teamfähigkeit und das Verständnis für andere Menschen.

 

Über diese konkreten Ziele hinaus finden sich jedoch auch noch allgemeine, gesellschaftlich relevante Aspekte:

 

das Leben in einer Alteneinrichtung positiv erleben

 

an den Lebenserfahrungen alter Menschen teilhaben

 

Ängste und Vorurteile bei Seniorinnen/Senioren und Jugendlichen abbauen

 

erkennen, dass Schülerinnen und Schüler einer Förderschule mit ihren Stärken eine gesellschaftlich wertvolle und verantwortungsvolle Aufgabe über-nehmen können.

 

 

 

Evaluation Nach zwei Jahren Arbeit im Seniorenheim:

 

ist eine gute Partnerschaft zwischen der Pestalozzischule und dem Seniorenzentrum „Haus Rheinpark" entstanden.

 

freuen sich die Seniorinnen und Senioren auf die Mittwochnachmittage und erwarten inzwischen die Schülerinnen und Schüler freudig.

 

freuen sich die Schülerinnen und Schüler auf den Mittwochnachmittag, um außerhalb der Schule mit Menschen zu arbeiten.

 

entsteht schon ein wenig Abschiedsschmerz auf beiden Seiten, wenn sich am Schuljahresende zwei Jugendliche verabschieden, da sie die Pestalozzischule dann verlassen. Manchmal treffen die Bewohner/innen sie als Praktikant/in wieder, wenn sie im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum im Seniorenzentrum absolvieren.

 

erleben die Schülerinnen und Schüler immer wieder, dass Bewohnerinnen und Bewohner versterben. Das Thema „Tod und Sterben" wird in Gesprächen regelmäßig aufgegriffen

 

 

 

 Fußball Kreismeisterschaften

 

Am Donnerstag, den 8. Juni um 9.30 Uhr

fand auf der städtischen Sportanlage in der Tannebergstrasse 54 die diesjährigen Kreismeisterschaften im Fußball für die Förderschulen der Stadt Leverkusen und des Rheinisch- Bergischen Kreises statt. 

 

Das Turnier, an dem 12 Mannschaften in zwei Altersklassen teilnahmen, wurde erstmalig von der Pestalozzischule veranstaltet.

 

Wir gratulieren dem neuen Kreismeister der Förderschulen 2017, der Verbundschule Mitte-Nord aus Bergisch Gladbach ganz herzlich zu ihrem verdienten Sieg!

 

Es war ein toller sportlicher Tag, der auch alle Gäste begeistert hat.

 

Rückblick: Entlassfeier der Zehntklässler im Juni 2016 - weitere Infos hier.

Wir sind "QuisS-Schule"!
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